Immunglobuline werden auch als Antikörper bezeichnet und wirken wie "Sinnesorgane" innerhalb des Immunsystems, da Immunglobuline imstande sind körpereigene von körperfremden Substanzen zu unterscheiden, um sie dann zu neutralisieren oder zu eliminieren.
Immunglobuline sind spezielle Eiweiße, die im menschlichen Körper maßgeblich für die Abwehr von Infektionen, Keimen, Bakterien, Viren und jeglichen anderen körperschädigenden Substanzen, verantwortlich sind. Immunglobuline werden in den Zellen des Lymphsystems gebildet und sind per se sehr effektive "Killer" innerhalb des Immunsystems, da sie sich gezielt gegen spezielle Eindringlinge, ausrichten, um diese dann effektiv zu attackieren indem sie die Antigene an sich binden, neutralisieren oder ganz zerstören. (vgl.: OGRA, 1983) Alle Immunglobuline sind in ihrem Aufbau identisch, das heißt jedes Immunglobulin hat eine Y-Form und besteht aus zwei leichten Aminosäureketten und zwei schweren Aminosäureketten, wobei jeweils die leichte Kette mit einer schweren Ketten über eine Disulfidbrücke verbunden ist. Durch diese Anordnung kann ein Immunglobulin zwei Antigene binden. Freie Antikörper, das heißt im Blutplasma schwimmende Immunglobuline werden in 5 Klassen entsprechend ihrer unterschiedlichen antigenen Funktionen, eingeteilt.
Wirkungsweisen von sezernierten Antikörpern
- Die einfachste ist die Neutralisation von Antigenen. Dadurch, dass der Antikörper das Antigen bindet, wird dieses blockiert und kann beispielsweise seine toxische Wirkung nicht mehr entfalten, oder andere Wechselwirkungen des Antigens mit Körperzellen (z.B. das Eindringen von Bakterien oder Viren in Zellen oder Gewebe) werden verhindert.
- Ein weiterer ist die Opsonisierung ("lecker machen"), das Einhüllen von Krankheitserregern und Fremdpartikeln mit Antikörpern. Wenn ein Antikörper beispielsweise an ein Antigen bindet, das sich auf der Oberfläche eines Bakteriums befindet, markiert er damit gleichzeitig das Bakterium, denn die konstante Region des Antikörpers, der an sein Antigen gebunden hat, wird von Phagozyten erkannt, die als Fresszellen das Bakterium aufnehmen und verdauen können.
- Eine dritte Wirkungsweise ist, dass Antiköper das Komplementsystem aktivieren.
- Antikörper, die an körpereigene Zellen binden, können NK-Zellen (natürliche Killerzellen) aktivieren, welche diese Zellen dann abtöten. Dieser Prozess wird auch als "Antibody-dependent cell-mediated cytotoxicity" (ADCC) bezeichnet.
- Dadurch dass ein Antikörper zwei Antigenbindungsstellen aufweist, kann es zur Agglutination kommen.