Fettsäuren lautet die Gruppenbezeichnung für Verbindungen, die bedingt durch die chemischen Eigenschaften ihrer Stoffgruppe, in Symbiose mit einer funktionellen Gruppe aus den Carbonsäuren sauer reagieren und sie zählen zu den wichtigsten Bestandteilen organischer Moleküle. Sie sind für jeden Organismus unentbehrlich und erfüllen verschiedene physiologische Aufgaben, von denen als wichtigste die Energiespeicherung, die Strukturbildung sowie die Signalübertragung zu nennen wären.
Unterscheidungsmerkmale der Fettsäuren sind die Anzahl der C-Atome (C = Carbon), also die Kettenlänge, sowie mögliche Anwesenheit, Anzahl und Position von Doppelbindungen (zwei, über zwei Atombindungen aneinander gebundene Atome).
Aufgrund ihrer Kettenlänge können Fettsäuren in niedere (bis 7 Atome), mittlere (8-12 Atome) und höhere (>12 Atome) Fettsäuren eingeteilt werden.
Außerdem werden Fettsäuren unterteilt in gesättigte Fettsäuren, mit der Untergruppe trans-Fettsäuren, und einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren.
Alle Nahrungsfette enthalten gesättigte Fettsäuren, wobei ihr Anteil in tierischen Lebensmitteln und in gehärteten Fetten wesentlich höher ist als in Pflanzenfetten, vorzugsweise Pflanzenölen.
Zwar liefern gesättigte Fettsäuren viel Energie, sind jedoch nicht essentiell (lebensnotwendig). Sie sind schwerer verdaulich als ungesättigte Fettsäuren und verlangen so dem Körper wieder viel Energie ab. Ein vermehrter Verzehr wirkt sich über die trans-Fettsäuren, die sich in ihrer natürlich vorkommenden Form durch Bakterien im Pansen von Wiederkäuern bilden, ungünstig auf Herz- Kreislaufrisiken aus und erhöht das schädliche LDL-Cholesterin. Ebenso können entzündliche Prozesse negativ beeinflusst werden.
Einfach ungesättigte Fettsäuren sind zwar für unseren Körper sehr wertvoll aber ebenfalls nicht essentiell da der Organismus sie selbst produzieren kann, und müssen daher nicht zwangsläufig über die Nahrung zugeführt werden. Sie sind zum überwiegenden Teil in flüssigen Ölen enthalten. Die am häufigsten vorkommende einfach ungesättigte Fettsäure ist die Ölsäure, die zu den Omega-9-Fettsäuren gehört.
Werden gesättigte Fettsäuren durch ungesättigte Fettsäuren ersetzt, können Gesamt- und LDL-Cholesterin dadurch gesenkt werden.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind bedingt essentiell, da z.B. Linol- und Linolensäure im Organismus nicht synthetisiert werden können und daher über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Arachidonsäure ist zwar ebenfalls essentiel, kann jedoch entweder über die Nahrung zugeführt oder aus Linol- und Linolensäure im Organismus synthetisiert werden.
Zu den wohl bekanntesten mehrfach ungesättigten Fettsäuren zählen zweifelsohne die Omega-3-Fettsäuren. Sie tragen zur Senkung des Blutfettspiegels bei, beeinflussen entzündliche Erkrankungen positiv und vermindern das Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.